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ZWEI FLAKTÜRME IN HOCHDONN - DITHMARSCHEN/SCHLESWIG-HOLSTEIN
FLAKABWEHRTÜRME EGGSTEDT/HOCHDONN
Die nachfolgenden
Aufnahmen der Flak-Tuerme sind aus Juni 2006.
Die beiden Flaktürme befinden sich in Hochdonn in
Dithmarschen/Schleswig-Holstein.
Diese nun folgende Geschichte erzählte uns der Eggstedter Einwohner
Egon Gotthardt, der zum damaligen Zeitpunkt 13 oder 14 Jahre alt
war. Das Gespräch fand am 14.06.2006 statt.
Gotthardt: "Errichtet wurden die
Flakabwehrtürme 1940 durch den Deutschen Reichsarbeitsdienst. Auf
den Türmen befand sich die 10,5 mm Flakabwehr. Die Granaten kamen
automatisch über das Laufband. Dann wurde der Zünder eingestellt und
die Meßgeräte für die Höhe der Flugzeuge.
Insgesamt wurden hier in der Gegend durch die Flaktürme neun
feindliche Flugzeuge abgeschossen. 500 Meter von unserem Hof
entfernt wurde eine viermotorige 'Fliegende Festung' (*Flying Fortress, Bomber B-17)
abgeschossen. Wir nannten sie "Fliegende Panzersau".
Ich war damals 13 oder 14 und neugierig. Deshalb machten wir uns auf
den Weg zur Absturzstelle. Wir sahen die Leichen der Besatzung im
Stacheldraht hängen.
Andere Flugzeuge stürzten in den Meldorfer Hafen, eines in
Dükerswisch, drei im Eggstedter Feld, ein weiteres in Windbergen. Eine Maschine
wurde noch Mitte 1985 im Fieler Moor, bei Nordhastedt, gefunden.
Eine deutsche Me 109, Messerschmidt -
von den Engländern angeschossen - stürzte ins Eggstedter Moor. Ich
konnte sehen, wie der Pilot mit dem Fallschirm absprang. Dabei riß
das trudelnde Flugzeug den Fallschirm entzwei. Dadurch versank der
Mann, ein holländischer Oberleutnant, bis zur Brust im Moor. Ein
deutscher Soldat, der zur Stelle war, verjagte uns."
(Photo Copyright: M. Garske, Heide)
Gotthardt:
"In Großenrade befanden sich zwei 4 cm Vierlings Flakbatterien. Diese setzten auch Fesselballons als
Sperre für die Hochdonner Eisenbahnbrücke ein. Auf der Brücke selbst
stand die Flak im Halbbogen, die Brücke hat eine Höhe von 42 Metern. Diese
Flak schoß einen Flieger ab, der ins benachbarte
Kornfeld stürzte. Der Pilot selbst lebte noch und schrie
fürchterlich. Er war am ganzen Körper entsetzlich verbrannt. Die
Gedärme hingen heraus."
Rechts: Eisenbahnbrücke Hochdonn - Anklicken zur Vergrößerung!
Gotthardt: "In der Eggstedter Feldmark findet
man noch Reste einer Flakabwehrstellung, die zum Schutz der Ölbunker
am Nord-Ostsee-Kanal dort stationiert war."
Diese ehemaligen Flaktürme befinden sich an der Landstraße
Eggstedt-Hochdonn. (Photo Copyright: M. Garske, Heide)
(Photo Copyright: M. Garske, Heide)
Gotthardt: Die Einflugschneise der Alliierten
hinein nach Norderdithmarschen, war die Meldorfer Bucht. Diese wurde,
als die Flakabwehrstellungen ihnen bekannt worden waren, in einem großen
Bogen umflogen.
Diese Flaktürme waren damals von hohen Bäumen umgeben. Erst später
nach dem Kriege wurden hier wirtschaftliche Felder angelegt. (Photo Copyright: M. Garske, Heide)
(Photo Copyright: M. Garske, Heide)
Gotthardt: "In Hohenhörn standen noch drei
8,8 Flak. Oberirdisch, die Stände waren unterirdisch. Deren Feldwebel kam
jeden Abend zu Fuß auf unseren Hof zum Essen. Anschließend arbeitete
er noch bei uns im Stall bis gegen 11 Uhr abends. Anscheinend hatte
der Mann Heimweh nach seinem eigenen Hof".
(Photo Copyright: M. Garske, Heide)
Audio-Dateien mit Kurzgeschichten von Egon Gotthardt:
Es hat mir
nichts ausgemacht
Länge: 1.24
mp3
* Flying
Fortress = Fliegende Festung:
Waffenlast bis zu 160 Zentner
Besatzung bis zu 12 Mann
Schwere Maschinengewehre 12,7 mm
Foto der Flying Fortress von:
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