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INVALIDENFRIEDHOF BERLIN

Invalidenfriedhof: einer der ältesten Berliner Friedhöfe. Er liegt in Berlin-Mitte Scharnhorststrasse. Die Idee ging auf Friedrich II. zurück. 1748 fand hier das erste feierliche Begräbnis statt. Viele preußische Militärs liegen und lagen hier begraben, so z.B. Gerhard Johann David von Scharnhorst (geb. 12.11.1755 in Bordenau, gest. 28.6.1813 in Prag, preußischer General) und der wohl berühmteste deutsche Jagdflieger des 1. Weltkrieges - Der Rote Baron - Pour le Mérite-Träger Manfred von Richthofen (geb. 2.5.1892 in Breslau, gest. 21.4.1918 in Vaux-sur-Somme.

Auch Nazi-Größen, deren Gräber heute geschliffen sind, waren zu finden. So von Reinhard Heydrich, SS-Obergruppenführer, Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, Chef der Polizei und Organisator des Holocaust.



Quer über den Invalidenfriedhof lief der von der DDR geschaffene und so genannte "Antifaschistische Schutzwall" mit Todesstreifen. Dadurch wurden große Teile des Friedhofs vernichtet. Nach dem Zusammenbruch der DDR 1989 und nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde der Invalidenfriedhof mit allen erhaltenen Grabstätten unter Denkmalschutz gestellt.


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Werner Freiherr von Fritsch, Generaloberst, Chef des Art. Rgts. No 12, geb. 4. August 1880, gefallen vor Warschau am 22. Sept. 1939. Sei getreu bis in den Tod. So will ich Dir die Krone des Lebens geben.
Werner von Fritsch, Generaloberst. Einer von wenigen, der den Kriegsplänen Hitlers mit Bedenken gegenüberstand. In der Fritsch-Blomberg-Affäre wurde er der Homosexualität bezichtigt und als Oberbefehlshaber des Heeres abgelöst. Diesen Posten nimmt nun Hitler wahr. 1938 wurde Fritsch rehabilitiert. Doch den Posten als Oberbefehlshaber des Heeres gibt Hitler nicht mehr an ihn ab. Man darf annehmen, dass v. Fritsch den Tod nach dem Angriff auf Polen vor Praha bei Warschau suchte und fand.


Das geschliffene Grab von Fritz Todt.
Das geschliffene Grab von Fritz Todt (Generalinspektor deutsches Straßenwesen, SA-Obergruppenführer, Reichminister für Bewaffnung und Munition, geb. 4.9.1891 in Pforzheim, gest. 8.2.1942 bei einem Flugzeugabsturz bei Rastenburg in Ostpreußen).
Die Tochter Todts hat den Kranz zu seinem Geburtstag an seiner Grabstelle abgelegt.


Grabstelle von Ernst Udet, geb. 26. April 1896 in Frankfurt am Main, gest. (Selbstmord) 17. November 1941 in Berlin
Das Grab von Ernst Udet, deutscher Jagdflieger im 1. Weltkrieg und draufgängerischer Kunstflieger. Er erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse und den Orden Pour le Mérite. 1933 Eintritt in die NSDAP. 1939 wurde er zum Generalluftzeugmeister ernannt, ein Jahr später zum Generaloberst. Auf Grund seiner extremen Lebensweise - Drogen, Alkohol und Anfeindungen von Seiten Hermann Göring's - Selbstmord am 17. Nov. 1941.
Direkt hinter seinem Grab befindet sich das von Werner Mölders.


Grabstelle von Werner Mölders.
Oberst Werner Mölders, geb. 18.3.1913 in Gelsenkirchen, gest. (Flugzeugabsturz) am 22.11.1941 in Breslau. Fliegerass im Zweiten Weltkrieg, 115 Abschüsse. 1941 als General der Jagdflieger zum Reichluftfahrtministerium nach Berlin versetzt.


Rudolf Schmundt, General der Infanterie. 1896 Metz    1944 Rastenburg
Rudolf Schmundt, General der Infanterie und Chefadjutant der Wehrmacht bei Adolf Hitler (1942-1944), überzeugte Nationalsozialist. Wurde beim Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier in Rastenburg/Ostpreußen so schwer verwundet, dass er seinen Verletzungen am 1. Oktober im Krankenhaus Rastenburg erlag.


Er starb den Fliegertod für Deutschlands Größe. Wir werden Dich nie vergessen.
Hans Joachim Fraedrich: Leutnant und Flugzeugführer im Kampfgeschwader General Wever.
Geb. 23.7.1916, gest. 13.7.1940.


Hans Hube, Generaloberst
Im 2. Weltkrieg General der Panzertruppen. Wenige Stunden vor seinem Tod erhielt er auf Hitlers Berghof die Brillanten zum Ritterkreuz und wurde zum Generaloberst befördert. Beim Abflug stürzte er mit seinem Flugzeug in der Nähe des Obersalzbergs ab.



Leutnant Hans Fuss wurde geboren am 19.9.1920 in Altenhof in der Nähe von Meseritz, Westpreußen. Leutnant und Staffelführer. Er errang 71 Luftsiege in über 300 Einsätzen und erhielt dafür das Ritterkreuz. 1942 wurde seine Maschine über Dedjurewo (Rußland) abgeschossen. Schwer verwundet wurde er in ein Berliner Krankenhaus transportiert, wo er seinen Verletzungen am 10. November 1942 erlag. Er wurde 22 Jahre alt.



General der Infanterie Otto Hasse - Vom 1.3.1929-30.9.1932.
Chef der 1. Armee vom 22.8.1918 bis 19.12.1918.
Von 1923-1925 Chef des Truppenamtes.
Ritter des Ordens Pour le Merite mit Eichenlaub. Erhalten am 12. Mai 1918.
Geb. 21.6.1871, gest. 28.9.1942.


Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Hiob 19.2.5.
Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen. Geboren als Sohn eines preußischen Generalmajors am 28.2.1833 in Berlin. Gest. 4.1.1913 Berlin. Nach  ihm wurde der "Schlieffen-Plan" durchgeführt, d.h. offensives Vorgehen gegen feindliche Armeen mit anschließender Zangenbewegung, um dem Feind in die Flanke zu fallen. Dieser Plan wurde auch in Abänderungen im 2. Weltkrieg durchgeführt.


Generaloberst Hans von Seeckt. Chef des Inf. Rgt. No. 67.
Hans von Seeckt: Geb. am 22.4.1866 in Schleswig, gest. am 27.12.1936 in Berlin. Deutscher Generaloberst. Er fungierte im Ersten Weltkrieg von 1915-1918 und von 1919-1926 als Chef der Reichswehr.


Zur Erinnerung an die hier beigesetzten Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.


Freitod als Ergebnis politischer Verfolgung
Wolfgang Fürstner, Hauptmann und Stellvertretender Kommandant des Olympischen Dorfes von 1936. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung von den Nazis verfolgt. Auf Hitlers Befehl wurden vor und während der Spiele alle antisemitischen Parolen im deutschen Reichsgebiet verboten. Zwei Tage nach den Spielen erschoß sich Wolfgang Fürstner.


Oberst der Luftwaffe. Mitglied des deutschen militärischen Widerstandes gegen Hitler. Am 12.6.1944 verhaftet und von der Gestapo erschossen.
Wilhelm Staehle, Oberst der Luftwaffe und Widerstandskämpfer. Ausgezeichnet im 1. Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse und Ritterkreuz mit Schwertern. Hielt im 2. Weltkrieg enge Kontakte zum niederländischen Widerstand. Im Februar 1944 geriet er zum ersten Mal in die Schusslinie der Gestapo. Nach dem mißglückten Hitler-Attentat am 20. Juli '44 wurde er als Mitwisser angeklagt. Er erhielt zwei Jahre Gefängnis. Auf Befehl Heinrich Himmlers wurde er am Ende des Krieges - am 23. April - von der Gestapo durch Genickschuß ermordet.


Den Opfern der Luftangriffe auf Berlin 1940 - 1945. Den hier zu Kriegsende 1945 in Massengräbern beigesetzten Zivilpersonen und Soldaten.
Nicht nur führende Militärs wurden hier beigesetzt, sondern auch einfache Soldaten und Zivilpersonen.


Zur Erinnerung an die Ihren Verletzungen aus dem Krieg von 1866 erlegenen und hier beigestzten 49 Preussischen, 32 Österreichischen und 3 sächsischen Soldaten.
Beigesetzte Soldaten aus dem Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866.




Fotos von Michael Hecker, Jülich





 


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